Stiftung "Frieden ist ein Menschenrecht"

Hier finden Sie die aktuellen Veranstaltungen des Antikriegshauses


Samstag, 10.12.16 um 16:00h

Am 10. Dezember 2016 um 16.00 Uhr findet im Antikriegshaus in Lehrte-Sievershausen die Feierstunde zu Ehren der Organisation AMICA e.V. statt, die in diesem Jahr den Friedenspreis „Sievershäuser Ermutigung“ erhält. Ausgeschrieben wurde der mit 5.000 Euro dotierte Preis vom Antikriegshaus Sievershausen und der Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht zum Thema „Hilfe für traumatisierte Menschen in Krisenregionen“.

Die Ehrung findet traditionell in zeitlicher Nähe zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember statt. Damit will das Antikriegshaus darauf hinweisen, dass Frieden und Menschenrechte untrennbar zusammengehören.

Die Arbeit, die AMICA zur Unterstützung und Stärkung von traumatisierten Frauen und Mädchen in Krisengebieten leistet, dient dem Selbstbewusstsein der Betroffenen, soll aber gleichzeitig Versöhnungsarbeit befördern. Frauen fliehen genau wie Männer vor Krieg und Verfolgung. Aber sie sind zusätzlich Opfer von Menschenrechtsverletzungen, die fast ausschließlich Frauen betreffen. Ihnen eine Perspektive zu geben, Trauma-Folgen zu lindern und sie zu befähigen, für Frieden und Versöhnung zu arbeiten, ist eine immens wichtige Arbeit für eine friedliche Gesellschaft und braucht viel mehr Unterstützung als bisher gegeben.

Die Laudatio im Rahmen der Feierstunde wird Lutz-Ulrich Besser vom Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen (zptn) halten, ein ausgewiesener Experte in Fragen der Traumaarbeit und selbst in Krisenregionen in Fortbildung und Beratung aktiv.



Sonntag, 23.10.16 um 16:00h

Die wahre Katastrophe ist das Vergessen
Lichtbilder-Vortrag des Umwelt-Journalisten Alexander Tetsch

Atomkraft, Erdgas-Fracking, Braunkohle – das sind drei Ansatzpunkte der derzeit eher schleppend verlaufenden Energiewende. 

Was diese Umweltthemen verbindet, ist die ungeheure Langfristigkeit der Umweltfolgen und die Gefahr des Vergessens.

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die dreifache Kernschmelze von Fukushima, das undichte Atommüll-Endlager der Asse, die verschwiegene Kernschmelze im DDR-Atomkraftwerk Lubmin, die strahlenden Altlasten des Uran-Bergbaus der WISMUT in Thüringen - wir hören kaum noch etwas von diesen nuklearen Katastrophen. Bedeutet dieses Schweigen der Medien, dass alles nur halb so schlimm war?

Welche fast vergessenen Folgen der DDR-Erdgasförderung bedrohen noch heute Mensch und Umwelt – vor allem, weil das umstrittene Erdgas-Fracking unter dem Namen „Bohrloch-Intensivierung“ in der DDR in großem Stil eingesetzt wurde? Jahrelang hat Tetsch in Sachsen-Anhalt untersucht, welche langfristigen Auswirkungen (wie z.B. Quecksilber-Kontaminationen) das Erdgas-Fracking für Mensch und Umwelt hat. 

Und wie sieht es mit den Auswirkungen des Braunkohle-Tagebaus in der Lausitz aus? Sind Grundwasserabsenkungen, Verockerung und Versauerung von Gewässern, Millionen Tonnen Kohlendioxid und Feinstaub sowie kilogrammweise Schwermetalle und radioaktive Stoffe aus den Kraftwerken wirklich kein Thema mehr? Und sind die Verwüstung ganzer Landstriche, die Umsiedlung kompletter Dörfer und der damit verbundene Heimatverlust wirklich noch notwendig und zeitgemäß?



Freitag, 16.9.16 um 19:30h

Friedensmacht Deutschland? - Das Potential der zivilen Konfliktbearbeitung
Vortrag von Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach

Wir leben in einer politischen Kultur, die gewohnt ist, sicherheitslogisch zu denken, während friedenslogisches Denken und Handeln kaum geübt wird. Dabei könnte Friedenslogik bestehende Konflikte nachhaltig transformieren und möglichen Kriegen entgegenwirken. Sicherheitslogik bleibt immer den Kategorien von Bedrohung und Abwehr verhaftet und kommt allzu leicht zu militärischem Eingreifen. Friedenslogik dagegen versucht Konflikte zu verstehen, fragt nach Ursachen, Bedürfnisssen und Interessen – auch den eigenen – und will die Beziehungen zwischen den Beteiligten so verändern, dass ein gewaltfreier Konfliktaustrag zwischen ihnen möglich wird. Das ist sehr viel mühsamer und auch längerdauernd, aber im Erfolgsfall nachhaltiger. Gewalt und Militäreinsätze werden hier als Scheitern empfunden, nicht als letztes Mittel. Die Konfliktforscherin Hanne-Margret Birckenbach wird Einblicke in diese Methodik geben und unser friedenslogisches Denken schulen.


Freitag, 5.8.16  um 19.30h


Friedensarbeit im Südkaukasus
Vortrag mit Georgij Vanyan - Friedensaktivist, Film- und Theaterregisseur aus Armenien



Sonntag, 19.6.2016 um 16:00h


Tucholsky trifft.
Lesung des Literarischen Quintetts im Rahmen der Reihe Frieden geht. Anders.

Kurt Tucholsky war ein vielseitiger Schriftsteller, er schrieb Gedichte und Glossen, Romane und Polemiken über viele zeitgenössische Themen. Über kein anderes Thema aber hat Tucholsky unerbittlicher geschrieben als über die Militarisierung seiner Zeit, über nichts warnender als über die drohende Gefahr eines neuen Krieges. Dafür wurde er immer wieder mit Prozessen überzogen, was zeigt, dass er als Gegner ernst genommen wurde und dass seine bitteren Pfeile trafen. „Tucholsky trifft“ hat deshalb das Literarische Quintett seine Lesung betitelt.

Erich Kästner schrieb über Tucholsky: "Der Mann, der da im Dachstübchen schwitzte, tippte und Pfeife rauchte, schuftete ja für fünf – für Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser und Kurt Tucholsky in einer Person! Er teilte an der kleinen Schreibmaschine Florettstiche aus, Säbelhiebe, Faustschläge. Die Männer des Dritten Reiches, Arm in Arm mit den Herren der Reichswehr und der Schwerindustrie, klopften ja damals schon recht vernehmlich an Deutschlands Tür. Er zupfte sie an der Nase, er trat sie gegen das Schienbein, einzelne schlug er k.o. - ein kleiner dicker Berliner wollte mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten.“

Und Tucholsky bemerkte 1928 in der Weltbühne zu seiner Arbeit: „Wir halten den Krieg der Nationalstaaten für ein Verbrechen, und wir bekämpfen ihn, wo wir können, wann wir können, mit welchen Mitteln wir können. Wir sind Landesverräter. Aber wir verraten einen Staat, den wir verneinen,zugunsten eines Landes, das wir lieben, für den Frieden und für unser wirkliches Vaterland: Europa.

Die Nationalsozialisten setzten seinen Namen auf die erste, 33 Personen umfassende Ausbürgerungsliste des Deutschen Reiches vom 25.8.1933, verboten und verbrannten seine Schriften. Ende 1935 ist er aus freien Stücken „noch einmal emigriert. Dorthin, von wo man nicht wieder zurückkehren kann“ (Kästner). Dem Militarismus aber tritt er noch heute gegen das Schienbein.




Sonntag, 5.6.2016 um 16:00h


Bezuversichten, was immer noch lebt ...
Erinnerungen an Klaus Rauterberg  (gest. 4.6.2006)

Ein musikalischer Nachmittag mit Matthias Witzig und Einwürfen von WeggefährtInnen







Freitag, 20.5.2016 um 19:30h

Rüstungsgeschäfte und Verantwortung - zum Beispiel Heckerler&Koch
Vortrag und Diskussion mit Christine Hoffmann, Sprecherin der Kampagne Aktion Aufschrei - Stoppt
den Waffe
nhandel

Deutschland ist der welt­weit drittgrößte Klein­waffenhersteller und -exporteur, nicht zuletzt aufgrund der millionenfachen Produktion des G3-Gewehres aus der Waffenproduktions­firma Heckler&Koch. Das G3-Gewehr gehört heute in mehr als 50 Ländern zur Standard­ausrüstung von Streitkräften. Es wurde bis 1990 in 18 Staaten in Millionenauflage her­ge­stellt.

Die Heckler & Koch GmbH ist der führende deutsche Hersteller und Exporteur von Kleinwaffen. Durchschnittlich alle 14 Minuten stirbt ein Mensch durch eine Kugel aus dem Lauf einer Waffe von Heckler & Koch. Der Skandal um Tricks bei der Umgehung von Exportverboten nach Mexiko war erst kürzlich Thema in der ARD. Wie ist das alles mit „westlichen Werten“ und den Menschenrechten zu vereinbaren? Rüstungsgeschäfte werden von Politikern immer noch unter Hinweis auf Arbeitsplätze gutgeheißen. Viele BürgerInnen und Organisationen aber arbeiten dagegen an.



Freitag, 8.4.2016 um 19:30h

Abschreckung - Das Beispel der Atomwaffen
Vortrag und Diskussion mit Xanthe Hall, Sprecherin der Kampagne atomwaffenfrei.jetzt


Rund 16.000 Atomwaffen gibt es immer noch und statt sie wie versprochen zu verschrotten, läuft zur Zeit mit Milliardenaufwand ein großes Modernisierungs­programm. Ein Massenvernichtungspotential, das angesichts immer neuer Kriege und kriegsnaher Konflikte ähnlich wie in den 1980er Jahren große Ängste schüren kann. Angeblich dienen sie dem Zweck, den vermutlichen Gegner vom Krieg abzuhalten, weil der Gegenschlag tödlich wäre. Aber ist das tatsächlich so? Und welche Risiken und (Neben-)wirkungen sind mit der nuklearen Kette in der Realität verbunden? Müssen wir uns nicht endlich – neben der sog. friedlichen Atomkraft – auch von dem nuklearen Kriegsmaterial verabschieden, damit die Welt eine friedlichere wird? Wir wollen in einer Veranstaltung mit der Referentin Xanthe Hall vom IPPNW diesen Fragen nachgehen als Auftakt zu einer Reihe, die in der Frage münden wird „Wie schaffen wir Frieden?“